Komplikationen der Haut

Komplikationen der Haut sind oftmals durch die korrekte Stomaversorgung, die richtige Hand- habung und den adäquaten Einsatz von haut- schonenden Produkten zu vermeiden. Haut- probleme im Stoma-Bereich sind meist leicht zu beheben. Oft reicht eine kleine Veränderung beim Versorgungswechsel. So sollten Sie z. B. dringend darauf achten, dass die Haut trocken ist, bevor die neue Basisplatte angebracht wird und das Loch in der Haftsubstanz passend – nicht zu groß und nicht zu klein – ausgeschnitten ist. Zusätzlich könnte der Gebrauch von Schutzcremes o. ä. hilfreich sein. Sollten bei Ihnen Hautprobleme im Stomabereich auftreten, so sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt respektive Ihrem/Ihrer Stomatherapeuten/in, der/die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Im folgenden Abschnitt werden einige der häufigsten Hautprobleme im Stomabereich angesprochen und Sie erhalten nützliche Tipps mit deren Umgang.

Hautirritationen und Hautmazerationen

Hautprobleme stellen ein der häufigsten Komplikationen nach einer Stoma-Anlage dar. Die häufigsten Ursachen der Haut-Irritation sind Undichtheiten in der parastomalen Abdeckung der Haut, zum Beispiel durch zu lange getragene Versorgungsmaterialien mit nach- folgender Unterwanderung der Versorgung durch Ausscheidungen. Die daraus resultierenden Hautschäden sollten jedoch unbedingt vermieden werden, sie könnten eine Stoma-Stenose als Spätfolge bedingen.

Ursachen für Parastomale Haut-Irritationen:

  • Zu großer Ausschnitt des Stoma umgebenden Hautschutzes
  • Mangelnde Abdichtung durch parastomale Unebenheiten, Falten, Narben oder Stoma-Fehlanlagen
  • Zu lange Tragezeit der Stomaversorgung und somit Unterwan- derung des Hautschutzmaterials
  • Falsch gewählte Beutelausführungen – z. B. geschlossene Kolo- stomiebeutel, wenn Durchfall auftritt
  • Allergische Reaktionen auf Bestandteile der Stomaversorgung oder Pflegemittel

 

TIPP

 

Eine dichte Stomaversorgung ist auch bei bestehenden Haut- Irritationen, unabhängig von der Ursache, möglich.

 

Am sichersten wird dabei der Schutz der Haut sowie das Abheilen bereits irritierter Haut durch hygroskopische Hautschutz- materialien gewährleistet. Eine in Größe und Form der Stoma-Anlage absolut angepasste Versorgung (eventuell konvex vor- gewölbt oder die Curvex-Versorgung, die sich an die Konturen des Körpers anmodellieren lässt) ist oftmals schon die geeignete Lösung.

 

Zusätzliche können Hautschutzstreifen und –Ringe zur Abdichtung verwendet werden.

 

Pflaster-Klebeflächen ohne Hautschutz sind auf irritierter Haut absolut fehl am Platz und daher unbedingt zu vermeiden!!!

   

Waschfrauen-Hände-Haut

Die Waschfrauen-Hände-Haut erkennt man unter anderem an dem weißen, ausgelaugten, faltigen und aufgequollenen Aussehen. Sie entsteht durch chronische Feuchtigkeit in der parastomalen Umgebung haupt- sächlich bei

  • Starkem Feuchtigkeitsaufkommen bei inadäquaten Versor- gungen einer Ileo- oder Urostomie
  • Langanhaltender Diarrhoe und Unterwanderung des Haut-schutzes bei Kolostomien
  • Sehr starke Transpiration
  • Unzureichendem parastomalen Hautschutz, z. B. bei zu langen Tragezeiten

TIPP

 

Die Stomaversorgung muss auf Größe, Tragezeit, hygroskopische Eigenschaft und Form der Versorgung überprüft und angepasst werden.

 

Anhaltende Feuchtigkeit kann zu warzenähnlichen Wucherungen oder Narbenbildung der Haut führen!

Pseudo-Epitheliomatosis (PEH)

Die PEH ist die Folge einer nicht behandelten „Waschfrauen-Hände-Haut“. Es zeigen sich warzenförmige Gewebsneubildungen an der chronisch irritierten Haut. Es sollte immer abgeklärt werden, ob es sich hierbei nicht auch um ein Rezidiv der Grunderkrankung (Karzinom) handelt. Hier ist eine differenzierte Diagnostik erforderlich.

TIPP

 

Das wichtigste Behandlungsziel ist die genaue Anpassung der hygroskopisch wirksamen Versorgung.

 

Zubehör zur Abdichtung kann verwendet werden.



  

Pilzinfekt (Mycose)

Bestimmte Dispositionen (bestehende Hautschäden, Diabetes mellitus, verminderte Immunabwehr) und mangelnde Stoma-Hygiene können eine Candida- und Mischpilzinfektion begünstigen. Auf der Haut zeigen sich einzelne punktförmige rote Pappeln, später Rötungen, verbunden mit Juck-Reiz. Vor einer Behandlung ist ein Hautabstrich mit Bestimmung des Erregers erforderlich!

TIPP

 

Einer Pilzinfektion kann durch eine korrekte Stoma-Pflege unter Verwendung hygroskopischer Hautschutzmaterialien vorgebeugt werden, z. B. durch

 

  • Richtiges Reinigen mit weichen Einmalkompressen
  • Gutes Trocknen der Haut
  • Passgenauer Zuschnitt der Öffnung und Schutz der parastomalen Haut vor Feuchtigkeit
  • Vliesausstattung der Beutel an der dem Körper zugewandten Seite
  • Einhalten der empfohlenen Tragezeit der Versorgung  

 

Manche Pilzinfektionen erfordern die lokale Anwendung von Medikamenten. Herbei ist vom Arzt darauf zu achten, nur wässrige Lösungen zu verordnen. Pflegerisch wird ein hygroskopischer Hautschutz verwendet. Antimykotische Salben und Puder würden die Haftfähigkeit der Hautschutzmaterialien beeinträchtigen. Das Versorgungsintervall und die Tragezeit sind auf die Wirkzeit der Medikamente abzustimmen.



Follikulits

Die Follikulitis oder Haarbalgentzündung entsteht durch das Aus- reißen der Haare beim Entfernen der Stomaversorgung. Die dabei auftretenden kleinen „Wunden“ führen über eine Keimbesiedelung zur Entzündung.

 

TIPP

 

Das Ausreißen der Haare wird verhindert, indem sie regelmäßig durch Rasur entfernt werden. „Klebende Versorgungen“ können mit Hilfe eines Pflasterentferners schonend von der Haut abgelöst werden. Die Behandlung einer ausgeprägten Follikulitis erfordert gegebenenfalls die lokale Anwendung eines Medikamentes (Verordnung durch den Arzt) in wässriger Form und die Verwendung einer Versorgung mit durchgehendem Hautschutz. Keinesfalls dürfen zur Haarentfernung Enthaarungscremes verwendet werden, da Allergien auftreten könnten.

 

 

Allergische Reaktionen

Eine Überempfindlichkeit oder Allergie kann bei allen in der Stomaversorgung verwendeten Produkten, aber auch bei der Verwendung von Seife, Hautpflegemitteln oder Enthaarungscremen auftreten. Typisch für eine allergische Reaktion ist eine scharf abgegrenzte Rötung mit Entzündungsrand und Juckreiz. Es muss das auslösende Allergen gefunden werden, dies darf dann nicht mehr zum Einsatz kommen.

TIPP                               

 

Bei Allergien auf Klebeflächen kann heute weitestgehend auf hydrokolloide Hautschutzmaterialen umgestellt werden. Berücksichtigen Sie, dass ein Zuviel an Haut-Pflegeprodukten wie Salben, Lotionen usw. auch in Ihrer „Mixtur“ zu unerwünschten Reaktionen der Haut führen kann. Allergien auf Beutelfolien können durch Vliesbeschichtungen auf der dem Körper zugewandten Seite weitestgehend ausgeschlossen werden.

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