Komplikationen mit dem Stoma

Tritt eine Stoma-Komplikation ein, ist ebenfalls zunächst eine ärztliche Abklärung erforderlich. Der Arzt entscheidet dann über die Therapieform. Die/der erfahrene Stomatherapeut/in wird, immer in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt, eine durch die Komplikation notwendige Anpassung der benötigten Hilfsmittel einleiten. Auch wird sie/er die Behandlung pflegerisch begleiten, insbesondere dann, wenn der körperliche Zustand des Patienten eine eventuell notwendige operative Korrektur verbietet.

Nekrose

Nekrose sind Gewebeschäden, die durch das Absterben von Zellen entstehen. Nekrotische Beläge, die über eine längere Zeit der Luft ausgesetzt sind, trocknen die Haut aus und bekommen ein lederartiges schwärzliches Aussehen. Beläge und Austrocknung wirken sich störend auf die Heilung von Wunden aus. Die Versorgung mit Blut und Nährstoffen wird blockiert. Nekrosen fördern das Keimwachstum und verhindern die Bildung von Granulations- gewebe.

Die Schleimhaut der Stoma-Anlage ist im Normalzustand rosig und gut durchblutet. Jede Abweichung von diesem Erscheinungsbild ist unverzüglich dem Arzt vorzustellen.

Prolaps

Bei einem Prolaps handelt es sich um einen Darm-Vorfall. Der Darm tritt zentimeterlang über die Bauchdecke hinaus. Ein Vorfall kann beängstigend aussehen. Er verursacht in der Regel keine Schmerzen und beeinträchtigt nicht die Stomafunktion. Der probierte Darm kann aber leicht bluten.

TIPP                               

 

Wichtig ist die Wahl einer ausreichend großen, weichen und flexiblen Versorgung, um die Abdichtung im parastomalen Bereich zu gewährleisten. Auch sollen auf Dauer Druck- belastungen beim Aufbringen der Versorgung im parastomalen Bereich, beispielsweise durch starre Rastringe, vermieden werden. Es sollten 1-Teiler oder Systeme mit untergreifbaren Rastringen respektive Klebekopplungen verwendet werden.



Parastomale Hernie

Die parastomale Hernie ist ein Bauchwandbruch im Stomabereich. Diese Komplikation kann bei jeder Stomaform auftreten. Hernien gibt es in jeder Größe und Form. Dadurch ist es schwierig, den Beutel so zu befestigen, dass keine Ausscheidung an die Haut gelangt.

Die Lage des Stomas kann durch eine größer werdende Hernie derart verändert werden, dass das Stoma nicht mehr gut zu sehen ist. Das Anbringen der Haftsubstanze wird somit deutlich erschwert. Da eine Hernie durch die Kleidung sichtbar ist, empfiehlt es sich lockere Kleidung zu tragen. Auch Schmerz oder Unwohlsein im Bereich des Stomas können auftreten. Häufig wird ein Ziehen beschrieben. Eine Stoma-Bandage kann hier Abhilfe schaffen. Ihr/e Stomatherapeut/in wird Ihnen diesbezüglich weiterhelfen können. Es kann gegebenen- falls auch chirurgisch eingegriffen werden.



TIPP                               

 

Wichtig ist hier die Wahl einer weichen und flexiblen Versorgung.

Welland Curvex Produkte sind ideal geeignet, um derartige Problem-Stomata zu versorgen. Die 3D-Haftsubstanz ist weich und flexibel und kann passgenau bei jeder Größe und Form der Hernie angebracht werden. Welland Hydroframe (Hautschutzer- weiterung) verleiht hier mehr Sicherheit, indem die Haftfläche bei Bedarf vergrößert werden kann und die Hernie überdeckt wird.

 

Retraktion

Bei der Retraktion handelt es sich um das Zurückziehen des Darms in oder unter Hautniveau. Auch eine massive Gewichtszunahme kann zu einer Bauchdecken-Situation führen, die wie eine Retraktion erscheint.

Häufig entstehen trichterförmige Einziehungen der Bauchdecke, wobei es zu Unterwanderungen der Stomaversorgung durch Ausscheidung kommen kann und sich in der Folge Hautirritationen im parastomalen Bereich entwickeln.

TIPP                               

 

Als Lösung kann man auf konvexe Stomaversorgungen zurück- greifen. Bei leichten Retraktionen oder bei Unverträglichkeit konvexer Systeme kann gut auf die FlairActive Curvex Haut- schutzlinie umgestellt werden. Curvex ist leicht anmodellierbar und kann so eine sichere und sanfte Versorgung gewährleisten. Alle einteiligen Curvex und Convex Produkte von Welland verfügen über integrierte Gürtelhalterungen, für den Fall, dass zusätzliche Sicherheit durch die Verwendung eines Gürtels gewünscht wird.



Stoma-Stenose

Bei der Stoma-Stenose handelt es sich häufig um die Spätfolgen narbig abgeheilter Haut- oder Schleimhautkomplikation, die zu einer Verkleinerung und Verengung der Stoma-Anlage geführt haben. Der Betroffene kann über Schmerzen bei der Entleerung klagen. Stoma-Stenosen fallen der/dem Stomatherapeutin/em beim Austasten des Stomas oder als sichtbare Verengung bei der Stoma-Kontrolle auf.

TIPP                               

 

Wiederkehrende Hautentzündungen sollten unbedingt vermieden werden. Besonderes Augenmerk ist immer auf eine passgenaue Stomaversorgung zu legen!

 

Stoma-Fehlanlagen

Eine ungünstiger Stoma-Anlage, zum Beispiel in Falten oder bedingt durch eine nicht durchgeführte prä-operative Markierung, ist nicht selten Ursache für Probleme und häufigen Versorgungswechsel. In Falten und Vertiefungen können sich Ausscheidungen ablagern und dann kommt es nicht selten zu Hautproblemen. Bei bestehenden Defekten ist darauf zu achten hautfreundliche Hautschutzmaterialien zu verwenden, um ein optimales Milieu zur Wundheilung herzu- stellen. Eine Stoma-Fehlanlage führt häufig zu einer unnötig erschwerten Pflege, erheblicher Unsicherheit der Betroffenen, permanente Undichtheiten und einen dauerhaft erhöhten Material-Aufwand.

TIPP                               

 

Die Versorgung bedarf einer individuellen Zusammenstellung unterschiedlicher Hilfsmittel. Arzt, Stomatherapeut/in, Pflege- personal sowie Patient sollten den Versorgungsaufwand und eine mögliche operative Korrektur in Relation stellen.

 

Eine pflegeintensive oder ständig undichte Beutelversorgung bedarf oftmals vieler Versuche mit unterschiedlichen Materialien in Ausführung und Form, um eine für den Betroffenen akzeptable Lösung zu finden. Hier können Pasten oder Hautschutzringe hilfreich sein. Die Unebenheiten und Falten werden ausgefüllt und es entsteht so eine ebene Fläche.

 

Alternativ bietet Welland mit Curvex eine Haftsubstanz an, die sich Unebenheiten anpasst, sich in die Falten hineinmodellieren lässt, so dass ein sicherer und abschließender Sitz gewährleistet ist.



Blähungen und Geruch

 

Beim Wechsel, Entleeren oder bei Undichtheiten des Systems nehmen Sie eventuell Gerüche wahr. Betroffene sind häufig sensibler in der Wahrnehmung unangenehmer Gerüche als die Umwelt. Es gibt spezielle Geruchs-Banner, die in den Beutel eingelegt werden können, um Abhilfe zu schaffen. Die meisten Stomabeutel sind mit Aktiv-Kohlefilter ausgestattet. Sie lassen die Darmgase geruchsfrei entweichen. Außerdem sollen sie ein Auf- blähen des Beutels verhindern. Bitte beachten Sie, dass diese Filter nur eine begrenzte Funktionsdauer haben und gegenüber Feuchtig- keit empfindlich sind.

Blähungen verstärken sich durch bestimmte Nahrungsmittel. Probieren Sie aus, welche Lebensmittel bei Ihnen Blähungen verur- sachen.

Urin sollte nicht riechen. Es gibt jedoch bestimmte Lebensmittel, wie z. B. Eier, Spargel und Fisch, die den Urin übel riechen lassen.

TIPP                               

 

Blähungen verstärken sich durch bestimmte Nahrungsmittel. Probieren Sie aus, welche Lebensmittel bei Ihnen Blähungen verursachen!

 

Wenn Geruch vorhanden ist, Sie allerdings nichts Außer- gewöhnliches gegessen haben, kann dies auf eine Infektion hindeuten, die meist von Fieber und allgemeinem Unwohlsein begleitet ist. Sie sollten hier unbedingt medizinischen Rat einholen!

Verstopfung/Stoma-Blockade/Darmverschluss

Bei einem Kolostoma sollte der Stuhl weich bleiben. Wenn er zu hart wird, trinken Sie mehr Flüssigkeit. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrem Therapeuten, wenn die Verstopfung anhält.

Bei Betroffenen mit einer Ileostomie kann es durch Diätfehler, verbunden mit schlechtem Kauen faseriger Lebensmittel zu einer Stoma-Blockade kommen. Faserreiche Nahrungsmittel wie z. B. Spargel oder Nüsse können schlecht gekaut die Stoma-Öffnung nicht passieren. Krampfartige Schmerzen treten auf. Es muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Die Stoma-Blockade wird dann endoskopisch freigespült.

Erscheint Ihnen aber die Ausscheidung im Beutel zu dick, trinken Sie etwas mehr. Wenn kein Stuhl in den Beutel abgesetzt wird und Sie starke Bauschmerzen haben, holen Sie sich umgehend medizinischen Rat.

Es gilt zu beachten, dass einige Arzneimittel die Ausscheidung sowohl farblich, als auch von der Konsistenz verändern können.

TIPP                               

 

Eine Ernährungsberatung zur möglichen Wirkung der Nahrungs- mittel ist zu empfehlen!

 

Durchfall

Durchfall kann zur Austrocknung führen. Trinken Sie viel, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Bei länger anhaltenden Durch- fällen sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.

Wenn Sie das Gefühl, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel die Ursache für Durchfall ist, so streichen Sie dieses für einige Wochen von Ihrem Speiseplan und probieren es später noch einmal aus.

TIPP                               

 

Wenn die Ausscheidung aus Ihrem Ileostoma über längere Zeit sehr wässrig ist und Sie den Beutel häufiger leeren müssen, so sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Therapeuten darüber!

Veränderung der Stoma-Farbe

Stellen Sie eine Farbveränderung der Darmschleimhaut fest, so informieren Sie Ihre/n Arzt/Ärztin und Ihren Therapeuten. Wenn das Stoma blau oder gar schwarz wird, wenden Sie sich bitte sofort an den Arzt/die Ärztin. Eine solche Veränderung weist auf eine Minder-Durchblutung der Darmschleimhaut hin.

TIPP                               

 

Jede Schleimhautveränderung sollte fachlich untersucht und beurteilt werden!

Blutendes Stoma

Leichte Schleimhautblutungen sind unbedenklich. Sie entstehen durch mechanischen Reiz, d. h. z. B. durch Reinigen des Stomas mit zu rauhen Materialien. Verwenden Sie ausschließlich medizinische Reinigungskompressen aus Vlies, denn diese sind weich und hinter- lassen keine Rückstände auf der Darmschleimhaut.

Blutungen am Rand des Stomas können zu überschießendem Ge- webe führen, was wiederum Blutungen und auch Schmerzen verursachen kann. Gehen Sie sanft mit Ihrem Stoma um, auch, wenn es nicht schmerzhaft. Ist Bedenken Sie, dass die Darmschleimhaut schmerzunempfindlich ist!

TIPP                               

 

Blutungen aus dem Darm sollten umgehend medizinisch begut- achtet werden!

 

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