Aktive Sexualität im Rollstuhl

Dr. Raimund Märk, Facharzt                                                                für Urologie mit Schwerpunkt Neuro-Urologie

Nach einer Verletzung oder Erkrankung des Rückenmarks, die zu einer Querschnittlähmung führt, geht nicht nur die Willkür-Bewegung unterhalb der Läsionshöhe verloren, es gehen auch die Kontrolle über die Blase, den Mastdarm und die „normalen Funktionen bei gelebter Sexualität“ verloren.

Nach der Rehabilitation haben viele Betroffene zu Hause zunächst eine große Scheu, sich ihrem Partner wieder zu nähern. Es muss zuerst einmal wieder das Kuscheln probiert und gelernt werden. Es müssen die erogenen Zonen, die noch funktionieren neu entdeckt werden, das gilt sowohl für Frauen als auch Männer. Aktive Vita sexualis in bisheriger Form ist oft nicht mehr möglich. Bedauerlicherweise kann fehlende Sensibilität im Bereich des Genitale nach heutigem Stand der medizinischen Behandlung und Forschung nicht zurückgegeben werden. Es ist jedoch teilweise noch eine Restsensibilität vorhanden die als angenehm und auch lustvoll empfunden werden kann. Diese Funktion soll immer wieder gesucht und ausprobiert werden, da sie sich dann verstärken kann und als Engramm im Gehirn verankert werden kann. So ist es manchen Betroffenen dann möglich, ein Orgasmus-ähnliches Gefühl nach und nach gedanklich zu erleben. Unabhängig ob der/die Betroffene selbst etwas verspürt, wird es auch als freudvoll empfunden den/die Partner/in zu beglücken und dadurch ganz nah zu sein.

Einige fehlende Funktionen können ersetzt bzw. behandelt werden. Eine fehlende Lubrikation (Anfeuchtung) im Bereich der Scheide kann durch Gleitgele ersetzt werden. Eine fehlende oder zu schwache oder zu kurz anhaltende Erektion kann unterstützt bzw. behandelt werden, was auch fast immer gelingt. Entweder durch Tabletten, Einbringung von hormonaktiven Substanzen in die Harnröhre oder durch Injektionen in den Schwellkörper, wobei alle diese Verfahren jedes Mal neu bei entsprechendem Wunsch angewendet werden müssen. Dies bedingt eine gewisse Planung die teilweise als störend empfunden wird.

Die Crux der vollen Blase und des vollen Mastdarmes

Sexuelle Aktivitäten wirken auf Blase und Mastdarm als ob man sie direkt stimulieren würde und so könnte ein unfreiwilliger Abgang von Harn oder noch schlimmer Stuhl zu einem jähen beschämenden Ende führen. Dies bedeutet, dass die Planung der Entleerung von Blase und Mastdarm zeitlich so lange vor dem zärtlichen Beisammensein erfolgen muss, dass kein störender Schatten oder Gedanke dann das Zusammensein stört bzw. verhindert. Die Blasenentleerung lässt sich ja individuell meist schnell erledigen. Oft genügt ein Katheterismus zwischendurch.

 

Bei der Stuhlentleerung hängt es davon, wann der letzte „Stuhl-Tag“ war und in welchen Intervallen die Stuhlentleerung (und auch mit welchen Mitteln) erfolgt. Als zusätzliche Option für eine Darmentleerung zwischendurch bietet sich auch eine Irrigation nach Maß an. Dieses Verfahren sollte auch in Betracht gezogen werden um die sexuellen Aktivitäten nicht nur jedes Mal am „Samstag um 17:00 Uhr“ durchführen zu können.

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